Wichtiges zur Hypnosebehandlung

Hypnose ist Teamarbeit und erfordert, dass sich beide Seiten auf die Sitzung vorbereiten und dass beide zum Gelingen beitragen. Hypnose bedeutet nicht, dass Sie zu einem Coach oder Therapeuten gehen und dieser Sie schon “zurechtrücken” wird.

Die Kenntnis der nachfolgenden Inhalte ist eine wesentliche Voraussetzung dafür, dass Sie falsche Vorstellungen über die Hypnose und damit auch die daraus resultierenden Ängste vor der Hypnose ablegen, die einen Erfolg behindern können. Nehmen Sie sich also genügend Zeit für diese Vorbereitung. Falls am Ende noch irgendetwas unklar geblieben sein sollte, können Sie sich gerne telefonisch oder per Mail mit mir in Verbindung setzen. Sie können diese auch gerne zu Beginn der Sitzung ansprechen. Ich werde auch danach fragen, so dass zu Beginn der Hypnose alle falschen Vorstellungen ausgeräumt sind und Sie wissen, wie Sie zum Gelingen der Hypnose beitragen können. Dann werden Sie erstaunt sein, wie leicht es ist, in die Hypnose zu gehen und alle Veränderungen geschehen zu lassen.

Die beiden größten Saboteure der Hypnose

Es gibt zwei Dinge, die mehr als alles andere den Erfolg einer Hypnose und auch einer Selbsthypnose beeinträchtigen oder sogar ganz verhindern können. Das erste ist ein starkes Kontrollbedürfnis, also die mangelnde Fähigkeit zu vertrauen, loszulassen und sich einzulassen. Der zweite wichtige Saboteur der Hypnose ist die rationale und kritische Reflexion während der Hypnose.

1. Überstarkes Kontrollbedürfnis
Ein starkes Kontrollbedürfnis kann aus der Angst resultieren, die mit den falschen Vorstellungen verbunden ist, die über Hypnose herrschen. Diese Ängste und die Vorstellungen können durch Aufklärung in aller Regel ausgeräumt werden. Ein starkes Kontrollbedürfnis kann aber auch aus der mangelnden Fähigkeit resultieren, loszulassen, dem Behandelnden zu vertrauen. Menschen mit einem starken Kontrollbedürfnis versuchen, alles in ihrem Leben „im Griff“ zu haben. Umstände und Situationen, in denen sie glauben nicht alles selbst kontrollieren und steuern können, wie beispielsweise in Hypnose, erleben sie als bedrohlich und wehren sich innerlich dagegen. Die mangelnde Fähigkeit anderen Menschen – und damit auch dem Behandelnden – zu vertrauen, basiert auf der Angst, was alles passieren könnte, wenn der andere das Vertrauen missbraucht. Hier spielen entsprechende prägende Erfahrungen aus der Kindheit eine wichtige Rolle. Anders als immer wieder angenommen wird, hat Hypnose nichts mit Überrumpelung oder Kontrolle zu tun. Der Erfolg einer Hypnose hängt vielmehr von der Kooperation zwischen dem Hypnotisierten und dem Behandelnden ab. Menschen mit einem sehr starken Kontrollbedürfnis können jedoch oft nicht wirklich vertrauen, loslassen und sich führen lassen, obwohl sie es vom Bewusstsein her im Rahmen einer Hypnosesitzung wollen. Diese Menschen können den Zustand der Hypnose und das damit verbundene Loslassen als bedrohlichen Kontrollverlust erleben. Folglich wehren sie sich innerlich und verhindern somit, in Hypnose zu gehen bzw. in einen tieferen Hypnosezustand zu gelangen.

2. Überkritischer rationaler Verstand
Es gibt zahlreiche Gründe, warum Menschen ihren logischen und kritischen Verstand über Gebühr strapazieren und sich damit in Situationen selbst behindern, in denen Intuition oder auch geschehen lassen die erfolgreichere Strategie darstellen. Dies ist beispielsweise bei Menschen der Fall, die durch eine Ausbildung geprägt sind, alles zu hinterfragen und ständig nach objektiven oder wissenschaftlichen „Beweisen“ zu suchen. Gemeint sind aber auch die ständigen Grübler, deren Geist nie zur Ruhe kommt und die somit durch eine starke Bewusstseinsaktivität das für die Hypnose so wichtige Entfalten der unterbewussten Aktivität behindern. Der Zustand der Hypnose kommt dadurch zustande, dass der bewusste Verstand zur Ruhe kommt und sich das Unterbewusstsein mit seinen Fähigkeiten und Möglichkeiten entfalten kann. Es ist wie mit dem Einschlafen. Wenn man loslässt und darauf vertraut, dass das Richtige geschehen wird, schläft man auch leicht und schnell ein. Der Wille, jetzt nun unbedingt einschlafen zu müssen und die Kontrolle, ob man jetzt dem Schlaf schon näher gekommen ist, verstärkt die Bewusstseinsaktivität und ist somit die „beste“ Methode, das Einschlafen zu verhindern. Die rationale Kontrolle, ob man jetzt wirklich in Hypnose ist, ist das Anzünden eines Streichholzes um zu sehen, ob es dunkel ist. Der kritische Verstand ist beispielsweise dann zu aktiv, wenn ein Hypnotisierter überlegt, ob er denn nun wirklich hypnotisiert ist und den Ist-Zustand mit seinen Erwartungen vergleicht. Hier kommen wir auf ein weit verbreitetes Vorurteil bezüglich der Hypnose und auch der Selbsthypnose zu sprechen, bei dem davon ausgegangen wird, dass sich Hypnose oder auch Selbsthypnose wie ein ganz besonderer Zustand anfühlen muss. So, wie sich ja wohl ein Hypnotisierter während einer Showhypnose fühlen muss. Denn der ist ja „offensichtlich ganz weg“ und „bekommt nichts mehr mit“. Dieses Vorurteil ist extrem hartnäckig und hat nachteilige Folgen für Hypnose und Selbsthypnose. Hypnotisierte wundern sich in der ersten Sitzung häufig, dass sie sich „ganz normal“ fühlen. Sie vergleichen den Ist-Zustand mit ihren Erwartungen und verstärken damit ihre Bewusstseinsaktivität. Dies lässt die hypnotische Trance verflachen. Für solche Fälle wende ich anfangs verschiedene Übungen an, so dass für die hypnotische Trance ein Gefühl entwickelt werden kann. Diese Übungen variieren je nach Zielsetzung, so können dadurch tiefe Hypnose-Zustände erreicht werden in denen Sie beispielsweise ihre Arme ohne ihr bewusstes Zutun automatisch vor ihrem Körper drehen und sie nicht in der Lage sind, die Arme anzuhalten. Oder die verschlossenen Augen nicht öffnen können. Das Aha-Erlebnis dabei ist, dass sie erkennen, dass sich selbst ein tiefer Hypnosezustand nicht notwendigerweise anders anfühlen muss, als die ganz normale Entspannung. Dies ist oftmals eine Offenbarung. Wichtig für den Erfolg einer Hypnose. Es ist möglich in Hypnose oder Selbsthypnose das Gefühl zu haben, in einem anderen Bewusstseinszustand zu sein. Es ist aber nicht für den Erfolg erforderlich oder gar Voraussetzung. Ein guter Behandler wird die Zweifel des Hypnotisanden, ob er denn nun in Hypnose ist oder nicht, bereits in der ersten Sitzung durch Hypnoseübungen demonstrieren, an denen der Patient erleben kann, dass er sich in einem wirksamen Hypnosezustand befindet. Sobald dieser Zweifel ausgeräumt ist, kann sich der Hypnotisand Tiefenhypnose einlassen und damit sehr viel mehr von der Behandlung profitieren.